Beim Aal handelt es sich um eine bemerkenswerte Fischart. Forscher gehen davon aus, dass Aale seit Millionen von Jahren in den Gewässern der Erde leben. Die heutige Form des Europäischen Aals soll sich vor etwa 40 Millionen Jahren entwickelt haben. Diese Entwicklung ist eng mit der Kontinentaldrift verbunden: Die Trennung von Europa und Afrika ermöglichte die Entstehung der heutigen Atlantik-Populationen.
So besteht eine enge Verwandtschaft zum Amerikanischen Aal (Anguilla rostrata), mit dem sich der Europäische Aal sein Laichgebiet – die Sargassosee – teilt. Dieses besondere Meeresgebiet liegt im Atlantik östlich von Florida; die Bermuda-Inseln befinden sich an ihrer westlichen Randzone.
Der KAV Wittenberg hat sich bewusst dafür entschieden, den Besatz mit vorgestreckten Aalen von etwa 20–30 cm in den Betreuungsgewässern durchzuführen. „Die Überlebenschancen sind im Vergleich zu Glasaalen deutlich höher“, erklärt Alexander Grundt, Gewässerwart im KAV Wittenberg.
Die eingesetzten Aale werden nun über viele Jahre in den Gewässern heranwachsen. Im Alter von etwa 10 bis 15 Jahren – abhängig von Geschlecht und Wachstum – treten sie schließlich ihre beeindruckende Reise in die rund 6.500 km entfernte Sargassosee an. In dieser Phase verwandeln sie sich in sogenannte Blankaale.
Der Vorstand des KAV Wittenberg bedankt sich herzlich bei allen Sportfreunden, die diese Besatzmaßnahme unterstützt haben.
