Naturschutzgroßprojekt Mittelelbe-Schwarze Elster startet – KAV Wittenberg vor Ort
Übergabe des Förderschecks an die Heinz Sielmann Stiftung durch Bundesumweltminister Carsten Schneider und Landesumweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann
Bösewig · 12. Mai 2026

Über 71 Millionen Euro für die Auen an Elbe und Schwarzer Elster

Am Dienstag wurde an der Alten Elbe Bösewig der offizielle Auftakt zur Umsetzungsphase des Naturschutzgroßprojektes Mittelelbe-Schwarze Elster gefeiert – mit Bundesumweltminister, Landesumweltminister, Landrat und Vertretern unseres Kreisanglervereins.

71Mio € Gesamtbudget
4.452ha Projektgebiet
10Jahre Umsetzungszeit
7Altarme Werden angebunden

Hochkarätiger Besuch an der Alten Elbe Bösewig

Trägerin des Projekts ist die Heinz Sielmann Stiftung, die das Vorhaben in enger Partnerschaft mit dem Biosphärenreservat Mittelelbe umsetzt. Zum Auftakt waren neben Stiftungsratsvorsitzendem Dr.-Ing. E.h. Fritz Brickwedde und Vorstandsvorsitzendem Jochen Paleit auch zahlreiche prominente Gäste angereist:

  • Carsten SchneiderBundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit
  • Prof. Dr. Armin WillingmannMinister für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt
  • Christian TylschLandrat des Landkreises Wittenberg
  • Guido PuhlmannLeiter des Biosphärenreservats Mittelelbe
  • Torsten WilkeLeiter des Naturschutzgroßprojektes, Heinz Sielmann Stiftung

Worum geht es im Projekt?

Zwischen Pretzsch, Jessen und Gallin soll auf einer Fläche von rund 4.452 Hektar die Auenlandschaft an Elbe und Schwarzer Elster wiederhergestellt werden. Über Jahrhunderte haben Deichbau, Laufverkürzungen und Flussregulierungen die Flüsse schleichend von ihren Auen entkoppelt – mit spürbaren Folgen für empfindliche Lebensräume, die Artenvielfalt und nicht zuletzt für die Fischbestände.

Hier setzt das Projekt an: Abgeschnittene Altarme werden wieder angebunden, verlandete Gewässer entschlammt, neue Kleingewässer geschaffen, der natürliche Wasserrückhalt in den Auen gestärkt und artenreiches Auengrünland abschnittsweise wiederhergestellt. Auch der fortschreitenden Sohleintiefung der Elbe – einem zentralen Problem für unsere Region – soll mit den Maßnahmen aktiv entgegengewirkt werden.

Intakte Auen sind überlebenswichtig für viele Tierarten, aber sie tun auch uns Menschen gut. Sie speichern Wasser, binden Kohlenstoff und wirken ausgleichend auf extreme Wetterereignisse wie Hochwasser und Dürre.

Carsten SchneiderBundesumweltminister

64.892.758,92 Euro Förderscheck überreichte Bundesumweltminister Carsten Schneider symbolisch an die Heinz Sielmann Stiftung. Insgesamt stehen rund 71 Millionen Euro bereit – ca. 56 Mio. € aus dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) des Bundes, rund 9 Mio. € vom Land Sachsen-Anhalt sowie etwa 6 Mio. € Eigenmittel der Heinz Sielmann Stiftung.

Übersichtstafel der geplanten Maßnahmen an Mittelelbe und Schwarzer Elster
Auf einer Übersichtstafel im Projektgebiet wurden die geplanten Maßnahmen an Mittelelbe und Schwarzer Elster anschaulich präsentiert.

Die geplanten Maßnahmen im Überblick

Mittelelbe Maßnahmenpaket

  • 3 Altarmanschlüsse: Klödener Riss, Alte Elbe Bösewig (58 Tage/Jahr), Alte Elbe Melzwig (105 Tage/Jahr)
  • Öffnung des Leitdeichs bei Merschwitz
  • Über 350.000 m³ Sedimententnahme
  • 20 Flutrinnen mit über 15.000 m³ Volumen
  • Grünlandaufwertung auf 25 Potentialflächen (> 650 ha)
  • 11 Informationspunkte, 2 Auenpfade, 1 Beobachtungsturm

Schwarze Elster Maßnahmenpaket

  • 4 Altarmanschlüsse und 1.400 m Laufverlängerung
  • 2 Sohlrampen, 50 Strömungslenker
  • Aufhöhung der Wasserstände: 0,39 m (MQ) / 1,17 m (MNQ)
  • 50 neue Kleingewässer (> 100.000 m³)
  • Verjüngung von Gehölzen auf 8 Potentialflächen (~450 ha)
  • Neue Baumreihen über rund 6 km
🎣 Spotlight · Unter Anglern

Bundesumweltminister im Gespräch mit unseren Mitgliedern

Ein besonders schöner Moment für unseren Verein: Bundesumweltminister Carsten Schneider ist selbst leidenschaftlicher Angler – und suchte am Rande der Veranstaltung gezielt das Gespräch mit zwei Vertretern unserer Mitgliedsvereine.

Wolfgang Okert (links), Bundesumweltminister Carsten Schneider (Mitte) und Alexander Grundt (rechts) im Gespräch
Im Gespräch unter Anglern (v.l.n.r.): Wolfgang Okert (Vorsitzender Trebitzer Angelfreunde 1969 e.V.), Bundesumweltminister Carsten Schneider und Alexander Grundt (Angelverein Wartenburg 1935 e.V.).

Mit dabei waren Wolfgang Okert, Vorsitzender der Trebitzer Angelfreunde 1969 e.V., und Alexander Grundt als Gewässerwart vom KAV Wittenberg e.V.. In persönlichen Gesprächen ging es ums Angeln vor Ort, um die Bedeutung intakter Auen für gesunde Fischbestände – und natürlich auch um die Perspektiven, die das Projekt für die Angelfischerei in unserer Region eröffnet.

Übergabe des Förderschecks an die Heinz Sielmann Stiftung durch Bundesumweltminister Carsten Schneider und Landesumweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann
Übergabe des Förderschecks an die Heinz Sielmann Stiftung durch Bundesumweltminister Carsten Schneider und Landesumweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann.

Solche direkten Begegnungen zwischen Politik und Praxis sind unbezahlbar und zeigen einmal mehr: Naturschutz und Angelfischerei gehören zusammen. 🐟

Wolfgang Okert und Alexander Grundt beim Imbiss im Anschluss an die offizielle Veranstaltung
Auch beim anschließenden Imbiss wurde der Austausch fortgeführt – Wolfgang Okert (links) und Alexander Grundt (rechts).

Was bedeutet das Projekt für uns Angler?

Die Wiederanbindung der Altarme an Elbe und Schwarze Elster ist auch aus Sicht der Angelfischerei eine ausgesprochen gute Nachricht. Naturnahe Auen sind Kinderstube zahlreicher Fischarten, Refugium für gefährdete Arten und ein wichtiger Faktor für stabile, vielfältige Fischbestände. Die geplanten Maßnahmen werden Laichhabitate aufwerten, Wanderbewegungen erleichtern und den Biotopverbund zwischen Flüssen und Auen spürbar stärken.

Auch das Pilotprojekt Klöden der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung, mit dem das Naturschutzgroßprojekt eng verzahnt ist, wird sich positiv auf unsere Gewässer auswirken: Die Stabilisierung der Elbesohle ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass auch unsere Altarme und Auengewässer langfristig hydrologisch funktionsfähig bleiben.

Die Kurzfassung des Pflege- und Entwicklungsplans des Naturschutzgroßprojekts Mittelelbe-Schwarze Elster
Die Kurzfassung des Pflege- und Entwicklungsplans bildet die fachliche Grundlage für die nun beginnende Umsetzungsphase.

Wir vom Kreisanglerverein Wittenberg e.V. begrüßen das Naturschutzgroßprojekt Mittelelbe-Schwarze Elster ausdrücklich und freuen uns auf eine konstruktive Zusammenarbeit in den kommenden Jahren.

Ein herzliches Dankeschön an Wolfgang Okert und Alexander Grundt, die unseren Verein heute vor Ort vertreten haben! 🙌

🌿 Petri Heil & auf eine erfolgreiche Umsetzungsphase!

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