Bericht des Angler-Vereins Neptun e.V.
Nach dem extrem heißen Wochenende und den anhaltend hohen Temperaturen begann der Angler-Verein Neptun mit der Bergung zahlreicher Hechte aus seinen Gewässern.
Seit dem Sauerstoffmangel im letzten Jahr und dem daraus resultierenden Notabfischen sind wir als lokaler Angelverein viel aufmerksamer gegenüber unseren Gewässern geworden.
In den letzten Tagen, als das Thermometer nur noch Temperaturen von über 30 Grad Celsius anzeigte, begannen unsere beiden Gewässerwarte, Franz Pietlasky und Benjamin Rothbart, zweimal täglich die Gewässer zu beobachten und Messungen von Sauerstoff und Wassertemperatur durchzuführen.
Zu keinem Zeitpunkt gab es ein Problem mit dem gelösten Sauerstoff im Wasser, jedoch machten uns die steigenden Wassertemperaturen Sorgen. Zuletzt wurden um 05:30 Uhr Temperaturen von 26,5 Grad Celsius gemessen, was für viele Fischarten, insbesondere für den Hecht, viel zu warm und bereits lebensbedrohlich ist. Ab einer Wassertemperatur von etwa 23 Grad stellt der Hecht die Nahrungsaufnahme ein, und bei weiterem Temperaturanstieg versagen lebenswichtige Organe, was zum Tod der Tiere führt.
Gegen höhere Gewalten können wir als Angler kurzfristig nicht viel unternehmen, außer eine Schadensregulierung einzuleiten und alle verendeten Tiere sofort aus diesem ohnehin geschädigten Ökosystem zu entfernen, um weitere Probleme zu vermeiden.
Für diese undankbare, aber wichtige Aufgabe kamen einige Mitglieder unseres Vereins mit einem Boot zusammen, um sämtliche Kadaver einzusammeln.
Langfristig gesehen sollten wir vielleicht darüber nachdenken, in den kommenden Jahren mehr Schattenplätze zu schaffen, indem wir Bäume an den südlichen und westlichen Uferbereichen der Gewässer pflanzen. Zusätzlich ist es entscheidend, die Wasserpegel der Stillgewässer so lange wie möglich hochzuhalten. Die aktuellen Wasserpegel in einigen Gewässern befinden sich bereits im kritischen Bereich.
Es ist entscheidend, die Angler für dieses Thema zu sensibilisieren und sie darauf aufmerksam zu machen, wenn ihnen Unregelmäßigkeiten im Gewässer auffallen. Achten Sie auf:
- Fische, die an der Oberfläche nach Luft schnappen
- Eine zu hohe Wassertemperatur
In solchen Fällen sollte das Angeln eingeschränkt werden, um die Gewässer und die dort lebenden Organismen nicht zusätzlich zu belasten.
Abschließend möchten wir uns beim Kreisanglerverein Wittenberg, der unteren Fischereibehörde, dem Veterinäramt und der Stadt Wittenberg für die fachkundige Beratung und Unterstützung bedanken.
Die geborgenen Fischkadaver werden nun von einem Fachunternehmen abgeholt und entsorgt.
Mit sportlichen Grüßen,
Der Angler-Verein Neptun e.V.
